20110630

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//Ich bin der Ozean.


Meine Gedanken gleichen der unruhigen Gischt, die mich mit bloßer Willenskraft erhebt, schaukelt und umspielt. Ich schlüpfe unter die Haut und bette mich in das schäumende Getöse, bis die Unendlichkeit mich verschlingt. Meine Haut aus dem Salz des Meeres. Meine Haare getränkt mit der bleiernen Schwerelosigkeit des Wassers. In meinen Blicken schlafen Küsten. Meine Gedanken tänzelnd wie die Kräuselwellen und so tief wie das kristallklare Wasser. Die kalte Brandung mein Herzschlag, gleite ich sicher durch das Nichts. Die sanften Wogen lassen mich erschaudern.
Ssssch - sssssch, Ssssch - sssssch.
Wie ein Ozean voll Traurigkeit und Tiefe, umspüle ich oft mein Dasein, möchte mit kalten Fingerspitzen alle Narben fortwischen. Bringt mich die Einsamkeit auf dem Meeresgrund um den Verstand, zwingen die mondhellen Nächte meine Facetten zum Glitzern, um mit Enttäuschung zu erahnen, dass die Flut sie wegschwemmt. Ich stehe vor mir selbst, als stünde ich am Rande des Pazifiks. 
Ich bin der Ozean, eine versunkene Geliebte des Meeres.

Kommentare:

papierflugzeug. hat gesagt…

mag ich sehr gerne, den text.

und: das könnte dir von den lyrics her sehr gefallen
http://www.youtube.com/watch?v=M1TgKvPE_2k

stille Tage in Clichy hat gesagt…

schöner letzter satz

T. hat gesagt…

Dein Kopf muss ein Ozean aus Wörtern sein.